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Der tief greifende Strukturwandel in der deutschen Wirtschaft JAROCCO | Strukturwandel in der deutschen Wirtschaft und die zunehmende Spezialisierung von Unternehmen prägen dynamische Veränderungen bestehender und die Ausdifferenzierung neuer Berufsprofile. Zudem gewinnen die Bereitschaft und Fähigkeit zum lebenslangen Lernen sowie neue Möglichkeiten für die Aneignung erforderlicher Qualifikationen ebenso wie der Fachkräftemangel auch in Folge demographischer Entwicklungen an Relevanz. Wir gehen diesen Entwicklungen nach, spüren aktuelle Trends auf und stellen auf den nachfolgenden Seiten aussichtsreiche Innovationsfelder vor.

Sprache, Kultur und Translation

Auf in die Welt! Mit der EU-Erweiterung und Internationalisierung steigt die Nachfrage nach interkulturellen Vermittlern und Kommunikationsexperten

In diplomatischen Vertretungen, internationalen Organisationen und Ministerien sind sie schon seit langem vertreten: Interkulturelle Vermittler und Kommunikationsexperten, die ihre Ausbildung mit anderen Wissensgebieten interdisziplinär verknüpft haben. Zu den allgemeinen translationswissenschaftlichen Grundlagen kommen weitere Fachkenntnisse in Geschichte, Medizin, Technologie, Politik, Tourismus, Wirtschaft und Recht einer Region bzw. eines Kulturkreises hinzu.

Und immer stärker setzen insbesondere exportorientierte Wirtschaftsunternehmen ihren Focus auf hoch qualifizierte Fachkräfte für die Sprach- und Kulturvermittlung. Denn in Zeiten von Internationalisierung und EU-Erweiterung lassen sich Märkte nur dann erschließen, wenn die Strukturen und Organisationen im Wirtschaftsraum bekannt sind und die Besonderheiten in betrieblichen Abläufen erfasst wurden. Diese Fachkräfte bieten den Vorteil, dass sie mehrere Bereiche, etwa Management, Fremdsprachen und interkulturelles Know-how abdecken. Auch sind ihnen die Region und der Kulturkreis im Einsatzfeld regelmäßig bekannt, hervorragende Fremdsprachenkenntnisse lassen Verständigungsschwierigkeiten erst gar nicht aufkeimen.

Inhaltliche Anforderungen und Spezialisierungsmöglichkeiten
Wissenschaftliche Hochschuleinrichtungen haben bisher eher verhalten auf diese Entwicklung reagiert. In den vergangenen Jahren haben sich nur wenige Studiengänge etabliert, die ein geisteswissenschaftliches Studium mit anderen Wissensgebieten interdisziplinär verknüpfen, etwa mit den Wirtschaftswissenschaften. Beispiele hierfür sind: „Wirtschaftssprachen Asien und Management“ (Hochschule Konstanz), „Angewandte Wirtschaftssprachen und internationale Unternehmensführung“ (Hochschule Bremen) oder der Studiengang „Philosophy & Economics“ (Universität Bayreuth).

Diese neuen Studienmodelle wenden sich an besonders leistungsfähige Bewerber, um diesen eine grenzüberschreitende Ausbildung anzubieten. Kombinationsstudiengänge aus Wirtschaft, Sprache und Kultur bzw. Geschichte und Recht stellen tatsächlich erhebliche Anforderungen, insbesondere an die Belastbarkeit des Studierenden dar. In jedem Fall ist das Interesse am interkulturellen Dialog und an internationalen Kulturbeziehungen mitzubringen. Als Ergänzung zu einer fachwissenschaftlichen Qualifikation werden solide Kompetenzen in der jeweiligen Landessprache erwartet, um diese mit Bezug auf die Zielkultur ausbauen zu können. Dies erfordert regelmäßig ein hohes Maß an Mobilität und schließt die Bereitschaft ein, eigene kulturelle Erfahrungen durch Studienaufenthalte im Ausland einzubringen.

Verschiedene Spezialisierungsmöglichkeiten bieten quasi alle derzeitigen Studiengänge. Je nach Auswahl und akademischem Grad (primär oder konsekutiv) können Schwerpunkte beispielsweise in Interkultureller Germanistik, Kulturraumstudien, Translationswissenschaft, aber auch Fremdsprachen- und Translationsdidaktik, mehreren Sachfächern, darunter Medizin, Informatik, Tourismus, Recht, Technik/Technologie und Wirtschaft, sowie Software-Lokalisierung gesetzt werden.

Berufsfelder und –perspektiven
In stärkerem Maße werden in den kommenden Jahren Regionalwissenschaftler (etwa mit Doppelqualifizierung in Wirtschaftswissenschaften) benötigt. Schon heute ist eine starke Nachfrage nach Sinologen, Japanologen, Koreanistikern zu beobachten. Gleiches gilt für Absolventen der European Studies mit Focus auf die Erweiterung des osteuropäischen Sprachraumes.

Multinationale bzw. exportorientierte Unternehmen werden sicherlich das Hauptaugenmerk auf interkulturelle Vermittler und Kommunikationsexperten richten. Neben mittleren und großen Wirtschaftsunternehmen bieten auch internationale Institutionen, Verlage, Medien und Touristik vielfältige Beschäftigungsmöglichkeiten. Insbesondere für das Berufsfeld der Vermittlung, wie etwa in innerbetrieblichen sowie staatlichen Bildungseinrichtungen, qualifiziert die akademische Ausbildung.

Zusammenfassend bieten folgende Berufsfelder Aufgabenbereiche für interkulturelle Vermittler und Kommunikationsexperten:

- Export, Handel, Logistik
- Marketing und Vertrieb
- Consulting und Controlling
- Geschäftsanbahnung und Strategie
- Personal- und Projektmanagement
- Aus- und Weiterbildung
- Entwicklungszusammenarbeit

Ebenso Ministerien, Behörden, diplomatische Vertretungen und nicht zuletzt internationale Organisationen (EU, UNO, NATO) werden Nachwuchskräfte in dieser Zielgruppe suchen.
Die Verdienstmöglichkeiten variieren stark und sind insbesondere von der erworbenen Qualifikation, dem Einsatzfeld und der Berufserfahrung abhängig. Für Auslandseinsatze zahlt beispielsweise die Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) einer Spitzenfachkraft bis etwa 7.000 Euro/monatlich; das Gehalt für Einsteiger liegt bei rund 40.000 Euro/Jahr. Der steuerfreie Betrag, den der Deutsche Entwicklungsdienst (DED) in der untersten Kategorie zahlt, liegt bei 1.322 Euro/monatlich.

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Mit dem Freiwilligendienst "Kulturweit" ins Ausland
Die Initiative "Kulturweit" des Auswärtigen Amtes bietet jungen Menschen zw. 18 und 26 Jahren die Möglichkeit für sechs bis zwölf Monate ins Ausland zu gehen. Einsatzstellen im Ausland bieten etwa der DAAD und das DAI an. Termine für die nächste Ausreise und Bewerbungsmodalitäten finden sie unter
www.kulturweit.de

Kenntnisse für eine sprach- u. kulturwissenschaftliche Tätigkeit in mehrsprachig-internationalem Umfeld vermittelt Uni Hildesheim
Mit dem Master „Internationales Informationsmanagement - Sprachwissenschaft und Interkulturelle Kommunikation" qualifizieren sich die Studierenden für gesellschaftlich relevante und zukunftsorientierte Aufgaben, z.B. in der Kommunikationsberatung von Unternehmen und NGO's, dem Personalmanagement, in Verlagen und als interkultureller Trainer.Weitere Informationen hierzu unter
www.uni-hildesheim.de

Intercultural & International Management in Erding
Der im Oktober 2010 an der FHAM Erding begonnene Studiengang zielt auf eine Verbindung von Geschäfts- und Managementfachwissen, kombiniert mit interkultureller und internationaler Kompetenz und wird nach einem Praxissemster im Ausland mit einem Bachelor of Arts in Business Administration abgeschlossen. Weitere Informationen hierzu unter
www.fham.de

Weiterbildung in Sprache, Kultur, Translation für Türkisch
Bundesweit einzigartiger Masterstudiengang der Uni Mainz über vier Semester. Studierende belegen sprach- und kulturwissenschaftliche Seminare, Vorlesungen zu Fachgebieten wie Medizin, Wirtschaft, Technologie, Recht und Tourismus. Pro Semester werden nur 20 Studenten nach einer Eignungsprüfung zugelassen.
Seit dem WS 2009/10 wird dieser Studiengang auch für Arabisch angeboten. Zielgruppe sind Absolventen arabistischer oder islamwissenschaftlicher Studiengänge. Sehr gute Sprachkenntnisse sind jeweils Voraussetzung für eine Zulassung zu diesen Studiengängen. Weitere Informationen unter
www.fask.uni-mainz.de

Schwerpunktstudium China-Management bildet hochqualifizierte Führungskräfte für den chinesischen Markt aus
Neben einer fundierten Sprachausbildung vermittelt der Studiengang alle relevanten Kenntnisse über Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur Chinas. Schwerpunkte sind etwa interkulturelle Kommunikation, Vertrags- und Arbeitsrecht, deutsch-chinesische Außenbeziehungen, Cultural Interaction und Future Management China.
Weitere Infos unter
www.accadis.com

Studiengang „Wirtschaftssprachen Asien und Management“ bietet ein Auslandsjahr in China, Indonesien oder Malaysia
Der Bachelor-Studiengang der Hochschule Konstanz wird in den Sprachrichtungen Chinesisch bzw. Indonesisch/Malaiisch angeboten. Das Studienprogramm über sieben Semester endet mit einer Doppelqualifizierung in einer asiatischen Sprache und in den Wirtschaftswissenschaften. Wer will, kann den konsekutiven viersemestrigen Master-Studiengang „Asian-European Relations and Management“ gleich hinterher belegen, immer zum WS möglich.
Infoflyer und Bewerbungsfristen unter
www.htwg-konstanz.de

Sprachen und Kulturen des Vorderen Orients vertiefen
Neuer Master-Studiengang "Arabistik" startete zum WS 2009/10 an der Uni Jena. Im Mittelpunkt steht die Vertiefung sprachlicher und kulturgeschichtlicher Kenntnisse des Arabischen. Der Studiengang kann mit den beiden Profilen Semitistik oder Islamwissenschaften studiert werden. Im Bereich Semitistik steht neben dem Arabischen das Altsüdarabische im Vordergrund sowie eine enge Kooperation mit dem DAI, zusätzlich werden Grundkenntnisse im Syrisch-Aramäischen und Äthiopischen erworben.
Eine zweite Islamsprache erlernen die Studierenden beim Schwerpunkt Islamwissenschaft. Gewählt werden kann zwischen Türkisch und Neupersisch. Die angebotenen Fachmodule befassen sich mit den Themen Theologie/Recht, Literatur und arabisch-islamischer Kulturgeschichte.
Weitere Informationen unter:
http://www.master.uni-jena.de/MA_Arabistik-path-1.html

Kenntnisse und Fähigkeiten zur Beurteilung und Weiterentwicklung interkultureller Bildungs-, Sozial- und Kulturarbeit
Mit Beginn des WS 2009/10 startete der neue Masterstudiengang "Interkulturelle Bildung, Migration und Mehrsprachigkeit" an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe. Der Studiengang integriert Bildungs und Sozialwissenschaften, Theologie und Philosophie sowie Germanistik und Fremdsprachenphilologien. Er zielt auf die Kompetenz zur Beurteilung und Weiterentwicklung interkultureller Bildungs-, Sozial- und Kulturarbeit.
Weitere Informationen unter:
www.ph-karlsruhe.de