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Wissenschaft | Lehre

Wissenschaft | Lehre

Eine der wichtigsten Errungenschaften der Wissenschaft sind Schriftzeichen, Sprache und Buchkunst. Nur mit ihrer Hilfe kann das Wissen von einer zur nächsten Generation weitergegeben werden. Ihr hoher Stellenwert lässt sich durch die Summe wissenschaftlicher Erfolge begründen und doch dürfen Fragen um die Rolle der Ethik und Verantwortung in der Wissenschaft nicht vernachlässigt werden. Sollen, dürfen, müssen wir weiter forschen?
Aber ja doch! Denn Wissenschaft ist, basierend auf methodischen Überlegungen, die Erweiterung des Wissens durch Forschung. Mittels der Lehre werden alte und neue Erkenntnisse vermittelt, Forschungsstände zu spezifischen Themen weitergegeben und Verknüpfungen durch Seminare, Konferenzen, Tagungen und Forschungskolloquien hergestellt. Die systematische Dokumentation und Publikation bereinigt das Feld und gibt die gewonnen Ergebnisse des Gebietes weiter. Die Wissenschaft trägt im Idealfall entscheidend zum Erhalt traditioneller Werte sowie zum Lernen und Realisieren neuer Inhalte unserer sich ständig ändernden Welt bei.

Wer macht was?

In Wissenschaft und Lehre sind verschiedene Tätigkeitsbereiche, je nach Qualifikation und Erfahrung, möglich:
  • wissenschaftlicher Mitarbeiter
  • Privatdozent
  • Dozent
  • Professor
Als größter Forschungsförderer kümmert sich die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) um die Wissenschaft und Lehre an Universitäten, Fachhochschulen und privaten Instituten sowie Stiftungen. Auch Unternehmen sind an der eigenen Geschichte interessiert und etablieren Institute, die in den für sie relevanten Bereichen Forschungen betreiben.
Im Tätigkeitsfeld des Dozenten müssen unterschiedliche Positionen berücksichtigt werden. Die Bekannteste ist der Professor, zumeist auch Inhaber eines eigenen Lehrstuhls mit thematischer Spezialisierung innerhalb des Fachbereiches und regulär lehrt er in diesem Bereich. Er vermittelt Wissen in Vorlesungen, Seminaren und Kolloquien, kümmert sich um den wissenschaftlichen Nachwuchs und erarbeitet eigene Positionen zu relevanten Themenfeldern, die in Publikationen der Öffentlichkeit präsentiert werden.
An wissenschaftlichen Lehreinrichtungen sind zudem sog. Privatdozenten angestellt. Diese haben einheitlich keine eigene Position an der Universität inne, sondern sind als wissenschaftliche Mitarbeiter tätig. Üblicherweise haben Privatdozenten bereits eine Habilitation erfolgreich absolviert und sind als Lehrkräfte integriert.
Die erfolgreiche Promotion (Dr.) befähigt quasi jeden Akademiker, und damit auch Absolventen interdisziplinärer Studiengänge für die Lehrtätigkeit.
Wissenschaftliche Mitarbeiter sind einem Fachbereich untergeordnet, unterstützen diesen gezielt und die mit den Lehraufgaben betreuten Kräfte. Dazu gehören beispielsweise Recherchearbeiten für Forschungsprojekte. In der Praxis obliegt ihnen auch die Durchführung von Lehrveranstaltungen, Übungen und Seminaren im Grundstudium. Mehrheitlich arbeitet der Mitarbeiter als sog. Nachwuchswissenschaftler, d.h. mit Blick auf die eigene Promotion bzw. danach als sogenannte Postdoc oder Habilitand. Befristete Arbeitsverhältnisse sind an Universitäten und Hochschulen die Regel.
Für die Lehrfähigkeit sind Absolventen mit Staatsexamen besonders gefragt, da sie auf die im Studium bereits erworbenen didaktischen Erfahrungen zurückgreifen können.

Welche Kompetenzen sind gefragt?

Wie in kaum einem anderen Arbeitsfeld sind hier de facto Tatsachen gefragt: Ein wissenschaftlicher Mitarbeiter muss in seinem Fach eine über dem Durchschnitt liegende Examens- oder Abschlussarbeit vorweisen können (<2,0). Wichtig ist auch der Wille zur wissenschaftlichen Weiterqualifikation in Form von Promotion (und Habilitation).
Gefordert sind vor allem Selbstdisziplin, Motivation, eigenständiges Arbeiten und Organisationstalent, da sich eine Promotion über mehrere Jahre erstreckt und hier in erster Linie Durchhaltevermögen und Leistungsbereitschaft gefragt sind. Aufgrund fehlender Zwischenschritte, wie Seminararbeiten und Abprüfen der erarbeiteten Fakten müssen angehende wissenschaftliche Mitarbeiter mit der Situation als mehrjährige "Einzelkämpfer" gut zurechtkommen. Dabei darf jedoch nicht die individuelle Betreuung durch Lehrkräfte (Prof.) oder der Austausch in Form von Graduiertenkollegs vergessen werden.
Lehrtätigkeiten erfordern von allen Beteiligten eine große Leistungsbereitschaft, Mehraufwand für Vorbereitung, Korrekturen von Seminararbeiten und Klausuren sowie ein sehr gutes Zeitmanagement und Selbstorganisation.
Und nicht zuletzt muss einen das Feld, das mehrjährig "beackert" werden soll, vollständig überzeugen und fesseln.

Wie zum Job?

Ein Plus sind sicherlich erste eigene und publizierte Forschungsarbeiten, aber auch die Mitarbeit am Lehrstuhl bzw. in entsprechenden Sonderforschungsbereichen oder Kollegs. Die erfolgreiche Promotion dient schließlich als Einstieg in die Habilitation und erst diese befähigt zur Berufung als Professor.
Für das Fortkommen ist es dann unabdingbar, sich einen Ruf in der wissenschaftlichen Gemeinschaft zu erarbeiten. Damit kommt dem Feld "Wissenschaftliche Publikationen" in jedem Lebenslauf eine besondere Bedeutung zuteil. Wer hier nichts stehen hat, dessen Chancen sind äußerst gering, sofern er nicht einen herausragenden Abschluss seines Studiums und anderweitig erworbene Fertigkeiten im entsprechenden Fachbereich der Lehre vorzuweisen hat. Zu denken ist hierbei auch an den Aufbau von Kontakten auf Konferenzen oder an eine wissenschaftliche Zusammenarbeit in Projekten.
Schon frühzeitig, während des Studiums bieten sich verschiedene Möglichkeiten, etwa am Lehrstuhl mitzuarbeiten und Kontakte zu knüpfen. So kann ein erster Einstieg über die Leitung eines Tutoriums an der Universität erfolgen. Persönliche Kontakte zu Lehrkräften im betreffenden Fach sollten gepflegt und ausgebaut werden. Auch nach einem Studium bieten sich u. U. Chancen auf wissenschaftliche Tätigkeiten - in vielen Fällen muss man sich jedoch zunächst mit einer halben oder Hilfskraftstelle begnügen, die in aller Regel befristet ist.
Auch sollte jedem, der sich in den wissenschaftlichen Bereich begibt, überdies klar sein, dass die Zahl der Professuren sehr begrenzt ist und man unter starker Konkurrenz steht. In vielen Fällen wird man früher oder später in die Wirtschaft/Industrie wechseln müssen.
Uniprofessoren verdienen einem Bericht des Magazins "Forschung und Lehre" des Hochschulverbandes (November 2009) zufolge im Durchschnitt 6.108,13 Euro im Monat. Wissenschaftliche Mitarbeiter in den Geistes- und Sozialwissenschaften haben meistens halbe Stellen zur wiss. Qualifizierung (Promotion), die nach öffentlichem Dienst (mind. E13/50%) mit rund 1.300 Euro/monatlich entlohnt werden.

Hilfreiche Links

http://www.bmbf.de/ (Bundesministerium für Bildung und Forschung)
http://www.bildungsserver.de (Deutscher Bildungsserver)
http://www.dfg.de/ (Internetpräsenz der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG))
http://www.kooperation-international.de/ (Wegweiser für die internationale Zusammenarbeit in Forschung und Bildung)
http://www.elfi.ruhr-uni-bochum.de/ (Servicestelle für elektronische Forschungsförderinformationen )
http://www.daad.de/deutschland/foerderung/stipendiendatenbank/00462.de.html (Stipendiendatenbank für ausländische Studenten, Graduierte, Promovierte und Hochschullehrer)
http://www.stiftungen.org (Bundesverband Deutscher Stiftungen)
http://www.stipendienlotse.de (Onlineportal des BMBF mit umfangreicher Datenbank für Stipendiensuchende )