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Marktforschung

Arbeitsfeld Marktforschung

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Marktforschung ist eines der wichtigsten Marketinginstrumente. Ihre Ergebnisse liefern Entscheidungshilfen, um unter anderem antiquierte Stereotypen aufzudecken und überholte Klischees abzustreifen.
Medien haben schon lange diese Klischees für sich entdeckt: Sie übertreiben, bestätigen oder verwerfen sie, um dem Kunden Interesse, Sympathie und Vertrauen zu suggerieren. Jedoch kann diese Art der Kommunikation mit dem Kunden ganz plötzlich zur Farce werden, wenn althergebrachte Schemata bedient werden, mit denen der Zeitgeist sich nicht identifizieren kann und will. An dieser Stelle setzt die Marktforschung an: Wie sollten Kunden am Besten angesprochen werden? Was geht und was nicht? Wie können gängige Klischees zur Segmentierung gezielt eingesetzt werden? Und den Ausblick wagen: Was kommt, was bleibt und was geht?

Wer macht was?

Das Tätigkeitsfeld der Marktforscher umfasst primär die systematische Beschaffung marktrelevanter Informationen. Dazu gehört die Befragung ausgewählter Probanten, um Informationen zu gewinnen, die Unternehmen und Institutionen bei der Steuerung von Marketingaktivitäten unterstützen sollen. Anknüpfend an die Erhebung müssen die gesammelten Daten verarbeitet, analysiert und interpretiert werden.
Ziel ist die Erstellung von Prognosen und die Abgabe von Empfehlungen zur Findung und Absicherung von Marketing-Entscheidungen der Kunden. Insbesondere liefern Marktforscher wichtige Entscheidungshilfen für Controlling, Vertrieb und Geschäftsanalytik. Ausgeübt wird die Marktforschung entweder in gesonderten Marktforschungsinstituten oder in den Abteilungen der Unternehmen.

Welche Kompetenzen sind gefragt?

Für die Marktforschung ist die Beherrschung der quantitativen Methodenlehre unabdingbar (Stichwort: Standard-Statistik-Programm SPSS). Marktforscher müssen auf umfassende Methodenkenntnisse, Branchenkompetenz sowie Fähigkeiten in Marketing und Vertrieb jederzeit zurückgreifen. Zusätzlich sind Kenntnisse in Statistik, Sozialpsychologie und Soziologie notwendig, möglichst abgerundet durch gute Fertigkeiten in der EDV-Anwendung.
Besonders wichtig sind in diesem Arbeitsfeld zwischenmenschliche Sensibilität, Neugier, analytisches Denkvermögen und ein sicherer Umgang mit der englischen Sprache.
Präsentationsstärke, Umsetzungsorientierung, Sozialkompetenz, Team- und Kommunikationsfähigkeit, Kreativität und Präferenz für die Moderatorenrolle runden das Persönlichkeitsprofil ab.
Aufgrund der vielfältigen Thematik des Berufsfeldes der Marktforscher greifen Arbeitgeber auch auf unterschiedliche Studienschwerpunkte zurück. Besonders für Soziologen, Germanisten, Literaturwissenschaftler, Kunst- und Kulturwissenschaftler, aber auch andere interdisziplinäre Studiengänge ist ein Einstieg denkbar. Die meisten Marktforscher haben ein Soziologie-, Politologie- oder Verwaltungsstudium absolviert. Voraussetzung ist jedoch, dass sie sich im Studium mit empirischer Forschung beschäftigt haben. Neben der Fächerwahl spielen aber auch viele individuelle Faktoren, wie Zusatzqualifikationen, Praxiserfahrungen, Sprache, regionale Mobilität und Motivation eine Rolle.
Im Berufsalltag selbst kommt es dann darauf an, die verschiedenen Arbeitsschritte im Auge zu behalten. Denn oftmals wird an mehreren Projekten aus aktuellem Anlass gleichzeitig gearbeitet.

Wie zum Job?

Konkurrenz erhalten Akademiker vor allem von gut ausgebildeten Fachangestellten für Markt- und Sozialforschung. Seit 2006 gibt es diesen Lehrberuf, der für die Branche qualifiziert. Auch fallen oftmals organisatorische und verwaltende Aufgaben an, für die Akademiker schlicht weg überqualifiziert sind.
Und doch ist der Weg zum Marktforscher in den meisten Fällen ein akademischer.
Für einen erfolgreichen Einsteig sind jedoch die o.g. Kenntnisse und Fertigkeiten unverzichtbar. Wer nicht schon während des Studiums Kurse in empirischer Sozialforschung belegt hat, kann dies jedoch nachholen. Verschiedene private Institute, aber auch Volkshochschulen, die wesentlich kostengünstiger sind, bieten mehrtägige Seminare, oftmals über das Wochenende verteilt, an.
Ein denkbarer Einstieg in die Branche ist die Tätigkeit als Interviewer. Hilfreich, wenn schon während des Studiums Kontakte geknüpft bzw. Erfahrungen gesammelt werden konnten. Auch ein (Quer-) Einstieg nach dem Studium ist - sofern die notwendigen Kenntnisse zuvor erworben wurden - nicht unwahrscheinlich. Meist gelingt er in kleineren Instituten über eine freie Mitarbeiterschaft bzw. Praktika. Viele Marktforschungsinstitute rekrutieren ihre Mitarbeiter über Ausschreibungen.
Gute Jobchancen bieten auch Parteien und Verbände. Sie erheben ebenfalls Daten und werten diese aus. In den kommenden Jahren wird es hauptsächlich in der Politikberatung und in der betrieblichen Forschung freie Vakanzen für Markt- und Sozialforscher geben.

Hilfreiche Links

http://www.bvm.org (Berufsverband Deutscher Markt- und Sozialforscher e.V.)
http://www.adm-ev.de (Arbeitskreis Deutscher Markt- und Sozialforschungsinstitute e.V.)