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Bibliothek | Dokumentation

Arbeitsfeld Bibliothek | Dokumentation

Am Anfang war die Sammlung. Heute finden sich solche umfangreichen Sammlungen von Dokumenten und Daten in Bibliotheken wieder. Sie dienen der Forschung und Lehre sowie dem Studium und der sachlichen Information. Es sind vor allem Geisteswissenschaftler, die mit der geschichtswissenschaftlichen Arbeit und Forschung, der Bearbeitung der Sammlungsbestände und der museumskundlichen Arbeit betraut sind.
Die Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar und das Historische Stadtarchiv zu Köln sind gleich zwei bedeutende Bibliotheken, die in den letzten Jahren unermeßlichen kulturellen Verlust erfahren mußten. Über Jahrhunderte mühsam gesammelte Originaldokumente, historische Schriftstücke, bedeutende Unikate und Zeugnisse unserer Kultur von unschätzbarem Wert für die europäische Geschichtsschreibung sind hier teilweise unwiederbringlich verloren gegangen. Historiker, Restauratoren und Germanisten kümmern sich in den kommenden Jahrzehnten um die Rettung auch dieser wertvollen Kunstschätze, Bücher und Akten.

Wer macht was?

Das Bibliothekswesen umfasst sowohl wissenschaftliche als auch öffentliche Bibliotheken. Zum wissenschaftlichen Zweig gehören Universitäts- und Hochschulinstitutionen, Staats- und Landesbibliotheken, Instituts- und Behördenbibliotheken, aber auch Einrichtungen in privaten Wirtschaftsunternehmen, wie Betriebs- und Werksbibliotheken.
Mit den öffentlichen Bibliotheken werden in erster Linie kommunale Einrichtungen erfaßt, darunter etwa Kinder- und Jugendbibliotheken. Die Mitarbeiter sind oftmals Diplom-Bibliothekare (FH) und zumeist für die Beschaffung, Präsentation, Erschließung und Informationsvermittlung zuständig.
Bibliothekaren im höheren Dienst (HSA) obliegt ein deutlich erweitertes Spektrum: Zur wissenschaftlichen Erschließung und dem Bestandsaufbau kommen leitende Aufgaben, wie konzeptionelle und betriebliche Organisation, kommen die Optimierung von Informationsprozessen und die Führung der Einrichtung hinzu.
Das Dokumentationswesen umfasst das Beschaffen und Erschließen, das Ordnen und Lagern von Dokumenten zu bestimmten Themengebieten. Oftmals handelt es sich nicht um Dokumente im klassischen Sinn, sondern um bedrucktes, gezeichnetes oder gestanztes Papier, aber auch Bild- und Tonträger bzw. digital gespeicherte Daten. Dokumentare werden oft in großen Industriebetrieben und Medienunternehmen, in Verlagen und Verbänden eingesetzt. Datenbank-Informationsdienste, wie Research Center, greifen ebenfalls bei ausgewiesenem Fachwissen in Wirtschaft, Technik oder Naturwissenschaften gern auf Dokumentare zurück.

Welche Kompetenzen sind gefragt?

Sowohl wissenschaftliche als auch öffentliche Bibliotheken erwarten bestens ausgebildete Mitarbeiter, die mit Funktion und Arbeitsmethoden des Bibliothekswesens und der Dokumentation vertraut sind. Die Fähigkeit zum konzeptionellen Arbeiten und zur Realisierung eigener wissenschaftlicher Projekte ist deshalb unabdingbare Voraussetzung, um in diesem Arbeitsfeld Fuß zu fassen. In fast allen Bereichen sind digitale Datenbanken zudem ein wichtiges Arbeitsmittel für die Aufnahme, Katalogisierung, Verwaltung und Erschließung von Dokumenten und Informationen. Dementsprechend wichtig sind Kenntnis und sicherer Umgang mit Bibliothekssoftware und spezifischen DV-gestützten Verfahren.
Die Ausbildungen im höheren bzw. gehobenen Dienst bringen ein umfangreiches Bewerbungsverfahren mit sich. Ein mindestes „gut“ im Abitur bzw. auf dem Studienzeugnis erhöht die Chancen eines Bewerbers um ein Vielfaches.
Die leitenden, eigenverantwortlichen Aufgaben im höheren Dienst fordern neben dem fachlichspezifischen Know how auch Management- und Führungsqualitäten von den Wissenschaftlern ab.

Wie zum Job?

→ Gehobener Dienst

Die Ausbildung von Diplom-Bibliothekaren erfolgt vorzugsweise an Fachhochschulen. Nur in Bayern gibt es noch eine verwaltungsinterne Ausbildung für den gehobenen Dienst an wissenschaftlichen Bibliotheken (klassische Referendarausbildung mit einer zweijährigen bibliothekarischen Fachausbildung). In anderen Bundesländern werden eingestellte Referendare zur theoretischen Fachausbildung nach München entsandt. Die Fachhochschule Köln bietet ein Zusatzstudium der Bibliotheks- und Informationswissenschaft mit Master-Abschluss, dass auf Tätigkeiten in Bibliotheken und Einrichtungen der Informationswirtschaft im In- und Ausland vorbereitet.

→ Höherer Dienst

Im höheren Dienst an wissenschaftlichen Bibliotheken ist ein abgeschlossenes Universitätsstudium unabdingbare Voraussetzung. Die Abschlüsse Staats-, Magister- und Diplomprüfung ebnen den Weg für diese Laufbahn. Eine Promotion ist zwar nicht zwingend vorgeschrieben, wird aber regelmäßig gewünscht (Ausnahme: Rheinland-Pfalz). Im Anschluss erfolgt eine Fachausbildung als Bibliothekar in einer zweijährigen Referendarzeit. Unter Umständen werden Hochschulabsolventen auch als wissenschaftliche Volontäre angestellt und müssen selbst durch ein beruf begleitendes Fernstudium die notwendigen Qualifikationen erwerben (z.B. an der Humboldt-Universität in Berlin).

Die Ausbildung zum Dokumentar erfolgt ebenfalls vorzugsweise an Fachschulen (Voraussetzung ist in einigen Ländern das Abitur). Wissenschaftliche Dokumentare absolvieren zudem einen Vorbereitungsdienst bzw. eine Weiterbildung.

Hilfreiche Links

http://www.vdb-online.org/ (Verein deutscher Bibliothekare e.V.)
http://www.bibliotheksportal.de/ (Bibliotheksportal - Kompetenznetzwerk für Bibliotheken)
http://www.internetbibliothek.de (Deutsche Internetbibliothek)
http://www.stiftunglesen.de/ (Stiftung Lesen)
http://www.dgd.de (Deutsche Gesellschaft für Informationswissenschaften/Informationspraxis)
http://www.vfm-online.de (Verein für Medieninformation und Mediendokumentation)

Stellenangebote

Praktikum im Bereich Redaktion und Recherche

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